Herbstgold in Heckholzhausen

veröffentlicht um 26.05.2013, 23:59 von Unbekannter Nutzer   [ aktualisiert: 27.05.2013, 00:00 ]
Kino der Seniorengruppe Heckholzhausen gut besucht
Der kleine Saal des Dorfgemeinschaftshauses Heckholzhasuen verwandelte sich nunmehr schon zum zweiten Mal in einenKinosaal. Am Sonntag, den 21. April füllten sich die bequem gepolsterten Stuhlreihen schnell . Viele waren gekommen , um denFilm Herbstgold , des deutschen Filmemachers Jan Tenhaven aus dem Jahre 2010 zu sehen. Dieses Mal zeigten wir nämlich keinen Spielfilm, sondern einen Dokumentarfilm.
Er begleitet fünf verschiedene Sportler, welche alle zwischen 85 und 100 Jahre alt sind , bei ihren gewissenhaften, ehrgeizigenund manchmal auch verbissenen Vorbereitungen auf die
Weltmeisterschaft der Senioren in Lahti / Finnland. Der Filmemacherzeichnet dabei ein dichtes Bild der Personen, sprach -ohne Fragen zu stellen- mit Ihnen über das Leben, Verluste, Sexualität,
Einsamkeit und den Tod. Der Film zeigt, wie sich diese Sportler gewissenhaft und methodisch vorbereiten und mit welchemElan sie an die Sache gehen. Es hat zugleich etwas Rührendes, wie auch etwas Beneidenswertes an sich. Außerdem machtder Film den Stellenwert von Höchstleistungen alter Menschen in unser Gesellschaft deutlich, denn die Weltmeisterschaften werden gar nicht wahrgenommen. Goldmedaillen zieren höchsten einen Nagel an der Wand und nicht die Titelseiten von Zeitungen. Die Wertigkeit des Wettkampfes für die gezeigten Menschen geht jedoch weit über die Teilnahme hinaus. Sieht man wie fit, beweglich und leistungsfähig diese Menschen sind, wird kaum jemand leugnen können, dass es durchaus Sinn macht, sich daran ein Vorbild zu nehmen.Wer jetzt aber auf Pathos wartet oder einen besonderen moralischen Appell erwartet,wird positiv überrascht: Herbstgold erzählt ruhig aber nicht leidenschaftslos, sehr dicht am Menschen- aber nie distanzlos odergar voyeuristisch- und vor allem mit der richtigen Portion Humor, vom Leben und sportlichen Streben in diesem hohen Alter. Der Bericht über die Wettkämpfe am Schluß des Filmes setzt der Ernsthaftigkeit und der Hingabe zum Sport die Krone auf und thematisiert den Umgang mit persönlichen Misserfolgen und nichterreichten Zielen ebenso wie die unbändige Freude über
gebrochene Weltrekorde und persönliche Bestleistungen. Was jedoch wirklich zählen sollte ist die Ehrfurcht vor der Leistung und deren Anerkennung.
Anne Freischlad-Jahn
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